Frühling trotz allem

Vielleicht sind wir zurzeit verunsichert. Vielleicht sind wir nervöser wie sonst, denken und reden viel über das aktuelle Thema, welches unsere Menschenwelt zurzeit kaum zur Ruhe kommen lässt. Wir sind gezwungen mehr zu Hause zu sein, haben einen anderen Alltag, haben vielleicht das Gefühl, dass wir eher fremdbestimmt sind. Diese Situation macht mit uns allen etwas. Sie bewegt uns in irgendeiner Form eine Position zu beziehen und sie lässt uns vielleicht immer wieder viel hinterfragen. Und trotz allem ist Frühling und trotz allem ist die Natur da und sie macht, was sie immer macht. Lassen wir sie uns daran erinnern, dass es einen natürlichen Rhythmus gibt und lassen wir einige Momente das Wunder des Frühlings mitten in unsere Herzen. Ich wünsche euch viel Freude und viel Frühling trotz allem!

Die Kraft sprengt Knospen

Seele atmet Sonnenstrahl

Licht erweckt Leben

Vorahnungen

Die Sonne scheint. Im Garten und in den Töpfen erscheinen kleine grüne, rote oder gelbe Spitzen. Die Knospen der Bäume und Sträucher sind prall und kurz vor dem Platzen und sie alle lassen uns erahnen, wie bunt, wie üppig, wie lebendig es werden wird. Erste "Sommervögel" zeigen ihre zarten Flügel. Die Weidenkätzchen locken Bienen an. In den Teichen versammeln sich die Frösche und Kröten zum Laichen. Die Vögel sind bereits sehr geschäftig und erfreuen uns mit ihrem Gesang und mit ihrer Anwesenheit. Mir war gestern im Wald, als hätte ich einen Star singen hören. Oh, wie freue ich mich auf diese Vögel, die alle aus dem Süden zurückkehren und hier ihre Nester bauen für den Nachwuchs. Mit der Wärme der höher steigenden Sonne beginnt die Frühlingszeit und es lässt mich vertrauen, dass alles seine Richtigkeit hat, dass es weitergeht und dass im Herbst geerntet werden kann.

Freude und Vertrauen

Gerade jetzt übe ich mich täglich oder stündlich im Vertrauen. Ich versuche bei mir zu bleiben, ruhig zu bleiben und mich an den kleinen Dingen zu freuen. Es geht für mich darum, dass ich versuche im Moment zu leben. Worauf achte ich mich? Wo setzte ich meinen Focus? Was ist mir jetzt im Moment wichtig? In diesem Sinne ist diese Zeit ein wunderbares Übungsfeld zu versuchen im Hier und Jetzt zu bleiben und nicht an gestern oder an morgen zu denken. Im Jetzt zu bleiben kann ich, wenn ich mich auf meine Atmung konzentriere, wenn ich mich auf meine Sinne konzentriere und wirklich versuche wahrzunehmen. Wie schmeckt das Brot? Was höre ich draussen zu welcher Tageszeit? Was sehe ich, wenn ich aus meinem Fenster schaue und genau beobachte? Es sind diese scheinbar kleinen, achtsamen Minuten, die meinem Tag mehr Freude schenken. Ich wünsche uns allen, dass wir bei uns bleiben können, dass es uns gelingt, die kleinen Wunder der Natur zu entdecken. Alles Liebe, gutes Üben und sonnige Frühlingsgrüsse!
Karin Zollinger