Sieben Frauen schenken uns persönliche Antworten!

Aus unserer aktuellen Mitgliederliste habe ich zufällig sieben Frauen ausgelost und ihnen allen die drei selben Fragen zu dieser Zeit gestellt. Wir leben immer noch in einer speziellen Situation. Die Läden sind wieder offen und mehr Menschen sind unterwegs, aber es fühlt sich noch nicht normal an. Vielleicht hat sich auch die Normalität so verändert, dass ein neuer Zustand irgendwann zur Normalität wird. Die persönlichen Antworten von diesen sieben Frauen sollen uns Vertrauen schenken, dass alles gut kommt und dass wir merken, wie flexibel und kreativ wir sein können in Zeiten der Veränderung.

Rita Hess, zuversichtlich

Was habe ich während diesen Wochen Spezielles gemacht, was ich sonst nicht mache?
Ich habe mein Fitnessprogramm für den perfekten Tag von Lee Holden mit vielen verschiedenen lässigen Turnübungen endlich jeden Tag gemacht.

Was an dieser Situation empfinde ich als freudvoll und schön?
Viele Bekannte haben bei uns angerufen und sich wirklich aufrichtig nach unserem  Befinden erkundigt.

Was möchte ich gerne beibehalten, oder was dürfte auch in Zukunft so bleiben?
Die vielen schönen erholsamen Spaziergänge von unserer Haustür aus und auf Silvias Bänkli die tolle Aussicht geniessen. Bei totaler Stille dem Vogelgezwitscher gelauscht. Gar kein Zeitdruck, da ich ja nirgends hin durfte 65 +.

Elisabeth Gubelmann,„sich am Leben erfreuend“

Was habe ich während diesen Wochen Spezielles gemacht, was ich sonst nicht mache?
Ich habe jeden Morgen ausgiebig die Zeitung gelesen. Und dann unternahm ich, wann immer möglich, einen Spaziergang. Dabei sprach ich auch wildfremde Leute an und zauberte ein Lächeln auf ihre Lippen. Z.B. einem Ehepaar mit Hund rief ich zu: „Ich bin auch mit dem Hund unterwegs, aber meiner ist unsichtbar.“

Was an dieser Situation empfinde ich als freudvoll und schön?
Die Verbundenheit, das Wohlwollen und die Zugänglichkeit der Menschen rund um mich haben mich sehr berührt. Fremde waren plötzlich nicht mehr fremd – denn es verband uns etwas: Das Leben und Erleben einer ungewohnten Situation.

Was möchte ich gerne beibehalten, oder was dürfte auch in Zukunft so bleiben?
Der tägliche Spaziergang ist mir sehr wichtig geworden. Und für die Welt wünschte ich mir, dass uns die Freundlichkeit, die Nahbarkeit und das Aufeinander Rücksichtnehmen der Menschen untereinander erhalten blieben.

Käthy Gloor, zufrieden

Was habe ich während diesen Wochen Spezielles gemacht, was ich sonst nicht mache?
Ich habe wieder einmal aufgeräumt und ausgemistet und im Garten die sonnigen, warmen Frühlingstage genossen.

Was an dieser Situation empfinde ich als freudvoll und schön?
Überall weniger Gedränge, freundliche Rücksichtnahme und Toleranz der Mitmenschen.

Was möchte ich gerne beibehalten, oder was dürfte auch in Zukunft so bleiben?
Wie in Punkt 2 erwähnt.

Hedy Stutz

Was habe ich während diesen Wochen Spezielles gemacht, was ich sonst nicht mache?
Viele Hefte gelesen und die Strasse vor meiner Wohnung beobachtet, wo die Menschen mit ihren Hunden spazieren oder mit ihren Autos vorbeifahren.

Was an dieser Situation empfinde ich als freudvoll und schön?
Das alles etwas ruhiger ist.

Was möchte ich gerne beibehalten, oder was dürfte auch in Zukunft so bleiben?
Ich freue mich sehr, wenn ich wieder unter Menschen kann und wenn ich mich mit anderen auf einen Jass treffen kann. Das habe ich sehr vermisst. Der wenige Verkehr dürfte gerne so bleiben.

Sonja Schoch, gelassen und zufrieden

Was habe ich während diesen Wochen Spezielles gemacht, was ich sonst nicht mache und was an dieser Situation empfinde ich als freudvoll und schön?
Ich habe statt 60% nur 20% gearbeitet. Das gab mir Zeit im Garten Unkraut zu jäten (was sonst Koni mein Mann macht) und draussen zu lesen und den Garten ganz einfach geniessen oder nichts tun. Dann habe ich mit Koni schöne Wanderungen unter der Woche unternommen wo nicht viele Leute unterwegs waren. Da konnte man auch einmal den Zug nehmen. Diese Tätigkeiten habe ich sehr genossen.

Was möchte ich gerne beibehalten, oder was dürfte auch in Zukunft so bleiben?
Ich hatte das Gefühl nichts zu verpassen da es keine Angebote im Allgemeinen gab. Dies war sehr befreiend für mich. Was ich aber vermisste, waren Menschen, welche ich sehr lieb habe, nicht treffen zu dürfen und in die Arme schliessen zu können.

Ruth Manser, optimistisch

Was habe ich während diesen Wochen Spezielles gemacht, was ich sonst nicht mache?
Ich habe  2 x in der Woche das „Bleib Fit“- Programm am Fernsehen mitgeturnt.  Zeitweise die Corona- Virus-Geschichte auf  Rai 1 und CNN mitverfolgt und so meine Sprachkenntnisse aufgefrischt.

Was an dieser Situation empfindest du als freudvoll und schön?
Weil man die Leute nicht treffen kann, führt man mehr Telefongespräche und kommt sich dadurch auch näher. Die Leute nehmen sich mehr Zeit, sind gemütlicher unterwegs und zum Teil auch freundlicher.

Was möchtest du gerne beibehalten oder was dürfte gerne so bleiben auch in Zukunft?
Es dürfte wieder mehr Ruhe in das Leben einkehren und dass man nicht ständig auf Achse ist. Dass ich wieder vermehrt die Vögel zwitschern und die Grillen zirpen höre.

Marlies Weingartner

Was habe ich während diesen Wochen Spezielles gemacht, was ich sonst nicht mache?
Nach einigen Tagen hatten wir genug uns nur von Ferne zu grüssen. So kamen meine Nachbarinnen und ich auf die Idee, bei schönem Wetter am Morgen um 10.00 Uhr in unserem Garten eine Corona Kaffee-Pause einzuführen, natürlich nach Vorschrift und mit genügend Abstand zueinander. Dies wurde für zu einer schönen.

Was an dieser Situation empfinde ich als freudvoll und schön?
Ich geniesse die Ruhe an der Rütistrasse fast ohne Auto, herrlich, besonders am Abend wurde es still, sollte immer so sein. Die sportlichen Übungen am Morgen, motivieren mich für den Tag. Nach einigen Tagen merke ich, wie mir das Turnen am Dienstag fehlt, und ich vermisse die Kolleginnen und Kollegen. Bewusst wird mir, wie wertvoll mein  Garten für mich ist. Ich verbringe sehr viel Zeit draussen in der Natur.

Was möchte ich gerne beibehalten, oder was dürfte auch in Zukunft so bleiben?
Die spontane Kommunikation mit Fremden auf der Strasse, die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft untereinander. Genossen habe ich die Ruhe, da nichts los war. Da alles abgesagt wurde, und fast keine Verpflichtungen anstanden, hatte aber nie das Gefühl irgend etwas zu verpassen. Eigentlich ist alles Einfacher, jedoch mit viel mehr Lebensqualität, für mich könnte vieles so bleiben.

Liebe Frauen, vielen herzlichen Dank für eure persönlichen Antworten und für eure Zeit. Ich wünsche uns allen viel Vertrauen, gute Ideen und ich freue mich sehr, wenn wir uns wieder treffen. Macht nichts, was ich nicht auch machen würde und bleibt gesund.

Karin Zollinger