Neujahrsbrief 2022

Liebe Frauen von Frauen Wald

Jetzt, wo die Tage kurz und die Nächte lang sind, das Winterwetter uns mehr drinnen sein lässt und Begegnungen gut geplant sein wollen, brauchen wir da Vertrauen, dass es wieder anders wird? Nein, denn wir wissen, nach der Wintersonnenwende werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Für das brauchen wir kein Vertrauen, wir wissen es, es ist eine Tatsache. Viele Menschen sind froh über diese Tatsache. Sie freuen sich auf mehr Helligkeit und Wärme. Das Wissen, es wird wieder anders, gibt in schwierigen Zeiten auch Hoffnung. Veränderungen sind Teil unseres Lebens, Teil der Natur und der Kreisläufe. Wir sind darin eingebunden. Über ein ganzes Leben gesehen durchleben wir viele Wechsel und passen uns stetig neuen Bedingungen an. Wie wir damit umgehen, Veränderungen wahrnehmen, interpretieren und welche Gewichtigkeit wir ihnen geben, das hat einen grossen Einfluss auf unser Wohlbefinden, auf unsere Anpassungsfähigkeit.

Herr Georg A. Bonanno, ein Wissenschaftler der massgebend die moderne Trauerforschung mitentwickelt, forscht darüber, wie Menschen mit Veränderungen umgehen. Ihn interessiert die Frage, was macht Menschen robust, was hilft ihnen nach Schicksalsschlägen, wie etwa nach dem Verlust von nahen Menschen, wieder ein zufriedenes und glückliches Leben zu führen. Was hilft uns dabei, uns wieder aufrichten zu können und in eine starke Mitte zu kommen

Resilienz wird diese Fähigkeit genannt. Sie beschreibt die Faktoren, die uns unterstützen wieder zu Kräften zu kommen und schlussendlich gesund aus solchen Lebensphasen hervorzugehen. Herr Bonanno nennt gesellschaftliche und individuelle Faktoren, die uns robuster machen, so zum Beispiel: eine optimistische Lebenseinstellung, Zuversicht, ein Freundeskreis, sich emotional aufgehoben fühlen, ein unerschütterlicher Glauben an die Veränderung hin zum Guten.

(Bildquelle: www.resilienz-akademie.com)

(Bildquelle: www.worldlandtrust.org)

Hervorheben in diesem Brief möchten wir den Faktor der Mitgestaltung. Das Wissen darum, Situationen mitzugestalten, aktiv einen Beitrag zu geben um eine anspruchsvolle, belastendende Situation in eine andere Richtung zu führen. Das macht Menschen robuster und unterstützt sie in der Bewältigung einer schwierigen Situation. Sich einer Situation ausgeliefert zu sehen, in eine Hilflosigkeit zu fallen, das schwächt Menschen.

Uns Vorstandsfrauen ist es ein Anliegen, auch 2022 Möglichkeiten zu kreieren und zu gestalten, die uns Mitglieder von Frauen Wald in unterschiedlichen Begegnungen zusammenführen. Im Bildungswinter werden wir das Thema Resilienz vertiefen. Es freut uns sehr, mit Regula Bockstaller eine Fachreferentin aus Wald gefunden zu haben. Das Thema „Innehalten und Pausen machen“ ist in dieser sehr dynamischen Zeit von grossem Wert. Die Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind nicht zu unterschätzen. Als Komplementärtherapeutin beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit den Themen Pausen, Innehalten und die Herstellung einer inneren Ruhe. An einem Referat für Frauen Wald werde ich im 2022 darauf vertiefter eingehen. Weitere Themen, die uns unterstützen, den Veränderungen des Lebens aktiv und aus einer Ruhe heraus zu begegnen, werden uns durch dieses Jahr begleiten. Wir informieren über die Termine wie bis anhin.

Wir freuen uns auf die Begegnungen mit euch, die Gespräche und das Zusammensein.

Für das neue Jahr wünschen wir euch Gesundheit und Zufriedenheit, viele wohltuende Begegnungen und Gespräche mit Menschen, die euch wohlgesinnt sind.

 

Co-Präsidentin Susan Kieser Jäggi