Gesamterneuerungswahlen 2022-2026

Zwei Frauen unseres Vereins wollen in dn Gemeinderat. Das freut uns sehr!
Käthi Schmidt hat mit Doris Okle Jaeggi und mit Karin Eggenberger gesprochen.

Karin Eggenberger

Karin Eggenberger (1972)

Doris Okle Jaeggi

Doris Okle Jaeggi (1971)

Frauen Wald Dürfen wir euch und euer Umfeld näher kennen lernen?

Wer bist du Karin?

Manche kennen mich vielleicht als „d’Konfi-Frau“. Ja, die bin ich. Mir gehört das „Rühr-Werk“. In den letzten sieben Jahren habe ich 70-tausend Gläser mit Fruchtaufstrich gefüllt und für die Zitrusmarmeladen sogar internationale Awards nach Wald geholt. Ich gebe Kurse zum Thema „Haltbarmachen von Lebensmitteln“ und schreibe darüber einen Wissensblog im Internet.

Beruflich habe ich ursprünglich med. Laborantin gelernt, dann die Hotelfachschule in Zürich absolviert und später meinen Master Erwachsenenbildung gemacht.
Vor meinen Kindern (jetzt 9 und 13) habe ich sieben Jahre bei den Zürcher Höhenkliniken als Leitung Hotellerie und Rezeption in Wald und zum Schluss in der Personalentwicklung für beide Standorte gearbeitet. Das Wichtigste, was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe, ist der Blick für das Grosse Ganze. Dabei ist das Ergebnis zwar wichtig, aber für den Erfolg müssen alle Faktoren berücksichtigt werden. Es geht am Ende des Tages immer um die Menschen, mit denen man die Visionen umsetzt.

Für mich ist Wald die schönste Gemeinde im Zürcher Oberland. Eine perfekte Mischung von Geschichte und Zukunft. Ein wunderbarer Platz zum Leben, für die Familie und zum Arbeiten. Wenn ich am Morgen aus dem Fenster schaue, freue ich mich immer aufs Neue und darum engagiere ich mich in verschiedenen Bereichen in unserer Gemeinde.

Bei den Frauen Wald bin ich neu für die Webseite zuständig und werde mich gerne an der GV zur Wahl in den Vorstand stellen. Beim Walder Gwerb bin ich Vizepräsidentin und bin als solche für verschiedene Projekte zuständig. Ausserdem war ich vorher lange Präsidentin des Fördervereins des Geburtshauses Zürcher Oberland. Und natürlich ist man als „Hüebli-Mami“ (meine Tochter geht im Hüebli zur Schule) immer mal wieder eingespannt.
Etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, indem ich mich engagiere, begleitet mich seit meiner Pfadizeit. Menschen zusammenzubringen um die Zukunft zu gestalten, das ist meine Passion.

Neben Familie, Beruf und Engagement mag ich es, in meinem Garten zu werkeln, in der Küche Neues auszuprobieren. Ein feines Essen mit Martin, meinem Mann und Freunden zu geniessen ist ein absolutes Highlight für mich. Und wenn noch Zeit bleibt, spanne ich gerne bei einem guten Buch aus. (Mein ganzer Lebenslauf ist hier zu finden: https://karin-eggenberger.ch/person/)

Wo stehst du politisch und was möchtest du in diesem Amt bewirken?

Meine Mutter war in der SP im Vorstand aktiv und so war Politik bereits Teil meiner Kindheit. Von ihr habe ich gelernt, dass es wichtig ist, sich zu engagieren. Seit 2019 bin ich Mitglied der FDP und der FDP Frauen, weil das die Partei ist, die für mich die meisten Werte vertritt, die mir wichtig sind. Wobei manche sagen, ich sei „grüner“ als meine Parteikolleg:innen.

Ich will mich engagieren, dass Wald sich entwickelt, eine moderne Infrastruktur bietet und ein guter Ort zum Leben und Arbeiten bleibt.

Was verbindet dich besonders mit Wald? Was gefällt dir, was vermisst du?

Wald ist für mich „Daheim sein“. Meine Kinder sind hier geboren, mein Sohn sogar im ehemaligen Geburtshaus an der Tösstalstrasse. Mir gefällt der Dorfcharakter, dass ich praktisch alles in Fusswegdistanz einkaufen kann und ganz besonders mag ich den guten Zusammenhalt im Dorf. So viele Vereine, so viel Engagement. Wo findet man das heute noch?
Ganz besonders liebe ich es, mit ein paar Schritten in der Natur zu sein, und trotzdem mit dem ÖV auch schnell in eine grössere Stadt zu kommen. Was für ein wunderbarer Ort um zu leben!

Wie beurteilst du die Arbeit des Gemeinderates in der auslaufenden Legislatur?

Ich kandidiere nicht, weil ich mit der Arbeit des Gemeinderates unzufrieden bin. Die letzten beiden Pandemie-Jahre waren für die Behörden sehr herausfordernd. Ich bin jedoch der Meinung, dass alle ihr Bestes gegeben haben und uns gut durch die Krise gebracht haben. Sicher gibt es immer Details, über die man allenfalls die Stirn runzelt oder mit denen man auch einmal nicht einverstanden ist. Aber „allen Leuten recht getan, ist eine Kunst die niemand kann.“

Welche laufenden Projekte liegen dir besonders am Herzen?

  • Die verschiedenen Bauprojekte finde ich sehr wichtig, weil wir so eine gute und solide Infrastruktur für die Zukunft haben. Ja, im Moment ist es viel auf einmal und eine langfristigere Planung wäre sicher hilfreich gewesen.

  • Die Schaffung der Stelle für das Alter, weil es wichtig ist, dass Informationen gebündelt sind und die richtigen Menschen zusammengebracht werden. Das liegt mir besonders am Herzen, weil es in unserer Gemeinde so viele Angebote gibt und es wichtig ist, dass diese Informationen gesammelt zur Verfügung stehen.

  • Die Planung rund um den Bahnhofplatz ist wichtig, damit der Platz rund um den Bahnhof lebendig gestaltet und aufgewertet wird.

Ist Wald für dich das verschlafene Industriedorf hinter dem Bachtel oder der Geheimtipp für Erholungssuchende und Kulturfans?

Unbedingt das Zweite. Ich habe Wald noch nie als verschlafen wahrgenommen. Eher als waches Dorf, mit vielen verschiedenen Haltungen und engagierten Menschen.

Wie viele Frauen braucht der Walder Gemeinderat? Und was bringst du als Frau mit?

Es sollte ausgeglichen sein, darum 3-4 Frauen.

Als Frau bin ich es gewohnt, für Herausforderungen konstruktive Lösungen zu erarbeiten. Ich kann das Grosse Ganze erfassen, ohne die Details und die Ressourcen aus den Augen zu verlieren.

Energiepolitik und Klimaschutz – wie grün bist du?

Das betrifft uns alle. Wenn wir unseren Enkeln eine lebenswerte Welt hinterlassen wollen, müssen wir alles tun, was in unserer Macht steht. „Grün-Sein“ ist für mich keine Frage des Parteibüchleins.

Darum engagiere ich mich beispielsweise aus Überzeugung für unser Repair-Café. Nur wenn ein Umdenken in unserer Wegwerfgesellschaft stattfindet, wird Konsum nachhaltiger.

Privat und im Unternehmen begleitet mich die „grüne Denkweise“ immer. Lokale und nachhaltige Herstellung, kurze Wege, Abfallvermeidung, Strom sparen usw. Diese Haltung gebe ich an meine Familie und meine Kursteilnehmer:innen weiter, darüber schreibe ich. Es ist noch viel zu tun.

Wie können wir den dörflichen Charakter bewahren – oder sollen wir städtisch werden?

Wald wird immer den Dorfcharakter behalten, eine städtische Infrastruktur kann gar nicht gebaut werden. Das heisst aber nicht, dass man diesen nicht aktiv pflegen muss, um kein Schlafdorf zu werden.

Ist Wald bald fertig gebaut – oder soll es in diesem Takt weitergehen?

Eine Ortschaft ist nie fertig gebaut, der Takt wird durch externe Faktoren vorgegeben. Es liegt an der Gemeinde, diese Entwicklung aktiv zu begleiten und zu lenken. Dazu braucht es klare Vorstellungen und eine zukunftsgerichtete Strategie.

FW: Danke Karin, die Frauen Wald wünschen dir viel Glück am 27. März!

Wer bist du Doris?

Natürlich gerne! Vor 50 Jahren wurde ich in Winterthur geboren und habe meine erste Ausbildung zur Krankenschwester im Spital Winterthur absolviert. Ins Oberland kam ich durch die Liebe. Auf der Suche nach günstigerem Wohnraum kamen mein Mann und ich vor mehr als 25 Jahren ins Dorf Wald. Bald sind wir ins Raad gezogen. „S’Chlöösterli“ ist unser zuhause, wo wir 2 Hausteile unser Eigen nennen dürfen.

Zwischenzeitlich sind ein paar Jahre vergangen – unsere Familie ist gewachsen. Neben meinem Mann Urs sind da noch Jannick (16) und Lars (14).

Mein beruflicher Rucksack hat sich immer mehr gefüllt; eine Zusatzausbildung in Intensivkrankenpflege, div. Weiterbildungen über Heilpflanzenkunde bis hin zur Aromatherapie und ein CAS in soz. Gerontologie runden mein Profil ab. Seit über 20Jahren bin in der Spitex als Pflegefachfrau unterwegs, spannend und lehrreich. Die Begegnungen mit Menschen faszinieren mich immer noch.

Mein Heilpflanzenwissen liess mich meine eigene Kräuterwerkstatt „Sambucci“ eröffnen. Seit 16 Jahren gebe ich mein Wissen in Kursen weiter. Zudem bringe ich meine selbsthergestellten lokalen Produkte im Internet oder auf dem tollen Walder Wochenmarkt direkt unter die Leute.

Die Jungs sind grösser, bald gehen schon beide in die Lehre, brauchen mich nicht immer. Somit hätte ich neben meinem 60% in der Spitex Zeit für die Arbeit als Gemeinderätin.

Wo stehst du politisch und was möchtest du in diesem Amt bewirken?

Ich bin in der Grünen Partei Wald aktiv und stehe der Partei seit einem Jahr vor.
In der Schulpflege konnte ich erste Erfahrungen in der Behördentätigkeit sammeln.
Ich möchte aktiv dazu beitragen, dass auch vermehrt grünes Gedankengut in Wald Einzug hält. Gemeinsam können wir viel erreichen – packen wir es an!

Ich möchte die Vorbildfunktion der Gemeinde stärken – wir tragen das Energiestadt Gold-Label– nur müssen wir das auch im Alltag vorleben. Ein sorgfältiger Umgang mit den Finanzen, der Natur und uns Menschen sind für mich wichtige Punkte.

Ich bin es gewohnt anzupacken und mit den vorhandenen Möglichkeiten das Beste zu machen. Ich finde leicht Kontakt zu anderen, bin innovativ und kann gut vermitteln.

Was verbindet dich besonders mit Wald? Was gefällt dir, was vermisst du?

Nach Wald kam ich per Zufall und jetzt bringt mich nichts mehr weg. Ich bin gerne in Wald zuhause. Wald ist vielseitig, hat spannende Leute, interessante Kultur und Bräuche. Ein Ort, worauf ich stolz bin.

Was ich vermisse?
Ab und zu wäre es schön, wenn etwas mehr Offenheit und Toleranz da wäre.

Wie beurteilst du die Arbeit des Gemeinderates in der auslaufenden Legislatur?

Der Gemeinderat hat in den letzten Jahren deutlich besser kommuniziert, geht auf die Anliegen der Bürger ein. Gerade die Zeit mit und durch Corona hat vieles kompliziert gemacht – wurde jedoch von unserem Gemeinderat sehr gut gemeistert. DANKE

Welche laufenden Projekte liegen dir besonders am Herzen?

Toll finde ich, dass nun endlich eine Stelle für das Alter geschaffen wurde – ich wünsche der neuen Stelleninhaberin viel Erfolg und Durchhaltewillen. Ich wünsche mir eine Alterspolitik in Wald, welche bedürfnisgerecht handelt und offen ist für Vorschläge aus der Bevölkerung. Wir sind die Alten von Morgen – somit müssen gerade wir uns Gedanken machen, was wir möchten, wenn wir dann einmal so weit sind.

Ist Wald für dich das verschlafene Industriedorf hinter dem Bachtel oder der Geheimtipp für Erholungssuchende und Kulturfans?

Als Wohngemeinde empfinde ich Wald als sehr attraktiv – sie bietet für jedefrau etwas an. Für die Aussenwachten wünschte ich mir allerdings ein Buxi (Ruftaxi) – so dass alle Wachten auch mit dem ÖV erreichbar wären. In meinem beruflichen Umfeld ist Wald ein sehr attraktiver Arbeitgeber – in der Pflege gibt es genügend Arbeits-Möglichkeiten. Leider gibt es die Textilbranche nicht mehr und es fehlen grosse Arbeitgeber.

Aber gerade das macht ja Wald vielleicht aus? Ich kenne kaum einen Ort, wo es noch so viele Handwerker gibt, die stolz auf ihre Tätigkeit sind. Wir müssen unser lokales Gewerbe stützen – in dem wir mit ihnen vor Ort zusammenarbeiten und auch schauen, dass genügend Ausbildungsplätze vorhanden sind.

Für mich ist Wald weder Schlafdorf noch Geheimtipp. Einfach ein cooler Ort zum Leben und Sein. Und wenn ich will, bin ich ja schnell in der Stadt. Ich geniesse es, von der Haustüre aus auf die umliegenden Hügel zu wandern, zu biken oder jetzt im Winter per Ski oder auf Schneeschuhen die nahe Umgebung zu entdecken. Jetzt mit dem ½ Stundentakt im Tösstal macht es auch Spass, von meinem Zuhause nach Wald hinunter zu spazieren – durch das Sagenrain- oder Elbatobel – und wieder mit dem Zug via Gibswil zurück.

Wie viele Frauen braucht der Walder Gemeinderat? Und was bringst du als Frau mit?

Möglichst viele Frauen in den Gemeinderat – 3-4 wäre ein gutes Mittelmass.

Was bringe ich mit? Offenheit, Optimismus, «gsundä Mänschäverstand», ich bin praktisch, umsichtig, kann vermitteln.

Energiepolitik und Klimaschutz – wie grün bist du?

Energiepolitisch: Mir ist es wichtig, dass Wald vermehrt seine Vorbildfunktion einnimmt. Solaranlagen auf den öffentlichen Gebäuden, sanierte Gebäudehüllen, Holzschnitzelheizungen anstelle von Ölheizungen.

Wir müssen als Gemeinde aufzeigen, wo jeder einzelne seinen Beitrag zum Energiesparen beitragen kann. Aufzeigen, dass es wichtig ist, die Gebäude richtig zu sanieren, respektive zu dämmen, ev. einen Pullover mehr anzuziehen, dafür die Heizung 1 Grad zurückschrauben….

Wie können wir den dörflichen Charakter bewahren – oder sollen wir städtisch werden?

Die Förderung und Stützung der Vereine, der Kulturen und unserer Bräuche finde ich einen sehr wichtigen Aspekt, damit wir unseren dörflichen Charakter beibehalten können. Zudem schätze ich es sehr, dass wir noch Gemeindeversammlungen abhalten. Wo kann der Einzelne sonst noch so Einfluss nehmen?

Ist Wald bald fertig gebaut – oder soll es in diesem Takt weitergehen?

Wald muss in meinen Augen nicht mehr wachsen – oder wenn, dann mit den vorhandenen Ressourcen. Es gibt noch viele Gebäude, welche zum Teil umgenutzt werden könnten, z.B. als Generationenhäuser. In Zukunft wird es so sein, dass alle möglichst lange zuhause leben möchten. Somit müssen wir schauen, dass es auch genügend erschwinglichen Wohnraum für Ältere gibt. Vielleicht werden wir auch eine KITA haben, welche für Jung und Alt sein wird.

FW: Danke Doris, die Frauen Wald wünschen dir viel Glück am 27. März!

3 Sekunden Poker

Was bringt dich auf die Palme?
Unordnung, Lügen und fake news

Und was in den 7. Himmel?
Feines Essen, gute Gespräche, Genuss

3 Schlagworte zu deiner Kandidatur?
Einsatzfreudig, motiviert, kompetent

Was wäre dein Wunschressort, wenn du wählen dürftest?
Soziales, finde jedoch jedes Ressort spannend

Warum sollen wir gerade dich wählen?
Ich bringe alles mit, was es braucht, ich bin vielseitig und teamfähig.

 

Was bringt dich auf die Palme?
Wenn jemand das Grüezi nicht erwidert.

Und was in den 7. Himmel?
Im Frühling die ersten Wildbienen im Garten zu sehen.

3 Schlagworte zu deiner Kandidatur?
Zupackend, optimistisch, humorvoll

Was wäre dein Wunschressort, wenn du wählen dürftest?
Soziales

Warum sollen wir gerade dich wählen?
Ich bin eifach schampar guet